Meine Familie
Gesungen habe ich schon, seitdem ich denken kann, doch zu meiner wirklichen
Leidenschaft ist es erst seit der Gründung von Mundwerk geworden.
Schon vor meiner Geburt begann ich, Musik zu hören. Und zwar im Bauch
meiner Mutter, die noch im 7. Monat ihren Beruf, das Querflötespielen,
ausübte. Für die ersten musikalischen Eindrücke nach der Geburt sorgte dann
mein Vater, der ebenfalls Berufsmusiker ist und eine Professur für Klavier
an der Musikhochschule Frankfurt innehat.
Kinderchor des Hessischen Rundfunks
Durch meine Eltern genoss ich
eine intensive musikalische Früherziehung, die ihre Fortsetzung in den
vielfältigen musikalischen Aktivitäten der Freien Waldorfschule Frankfurt
fand. Im zarten Alter von 8 Jahren begann ich, Geige zu spielen und trat
bald darauf in das Schulorchester ein. Die ersten gesanglichen Erfahrungen
sammelte ich im Kinderchor des Hessischen Rundfunks, bei dem ich auch die
erste Stimmbildung erhielt.
Der Weg nach München
Nach dem Abitur verschlug es mich zur Ableistung meines Zivildienstes nach
München. München gefiel mir außerordentlich gut und ich beschloss, eine
Ausbildung als Schreiner im Anschluss an den Zivildienst zu machen. In
dieser Zeit begann ich auch, mich für die a cappella-Musik abseits der
klassischen Musik zu interessieren und kam dadurch das erste Mal in meinem
Leben mit den unterschiedlichsten Genres der sogenannten U-Musik in
Berührung. „A cappella“, fälschlicherweise oft als Genrebegriff verwendet,
ist eine Besetzungs-Bezeichnung (Gesang ohne Instrumentalbegleitung) und
schließt eben alle Genres mit ein!
Meine ersten eigenen a cappella- Erfahrungen
Nach der Schreinerlehre begann ich, Musikpädagogik und Musikwissenschaften
an der LMU zu studieren. In dieser Zeit sammelte ich meine ersten
Erfahrungen in verschiedenen studentischen a cappella-Formationen, mit so
klangvollen Namen wie „Die Liedhaber“ oder „Die Dominanten Seppen“.
Meine Freude am Gesang und der leichten Muse wurde größer und ich begann,
Gesangsunterricht beim Jazzsänger Philipp Weiss zu nehmen.
Mundwerk
Um die Erfahrungen reicher, die ich bei den bisherigen Versuchen, a cappella
zu singen, gemacht hatte, begann ich, mich systematisch nach Leuten
umzusehen, die etwa dasselbe konnten und vor allem wollten! Das war gar
nicht so einfach und es dauerte etwa ein Jahr, bis die Ur-Formation von
„Mundwerk“ komplett war.
Da das Studium an der LMU vor allem die theoretischen Bereiche der Musik
abdeckte, begann ich zusätzlich noch, eine Ausbildung als Jazzsänger am
Freien Musikzentrum in München zu machen.
Dieser Schritt war genau der
richtige und in den folgenden zwei Jahren eignete ich mir ein großes
Spektrum neuen musikalischen Handwerkszeugs an und verfeinerte die bereits
vorhandenen Fähigkeiten.
Seit dem Wechsel Mundwerks vom Herrenquartett
zum gemischten Quintett ist mir die Rolle des musikalischen Leiters
zugewachsen, in die ich mit fortschreitender Zeit auch immer weiter
hineinwachse und daran auch immer größeren Gefallen finde.
Ich bin
gespannt, wo das mit Mundwerk in der Zukunft noch hinführt, aber ich habe
ein gutes Gefühl …
1981
Die musikalische Früherziehung trägt ihre ersten Früchte
Die Dominanten Seppen
Im studentischen a cappella-Ensemble "Die Dominanten Seppen" auf der Faschingsfeier des Münchner Instituts für Musikwisschenschaften (2. v. rechts).